Donnerstag, 24. Mai 2012

Über die Sucht nach Flucht und Geld

August 25, 2009 von Johannes  
11:36 veröffentlicht unter Neuigkeiten

Und wieder einmal möchte jemand vollkommen selbstlos am Leid anderer Leute Geld verdienen. So kann man hier erfahren das eine US Klinik für den lächerlichen Preis von „nur“ $14.000 jeden Internetsüchtigen heilen will. Ich weiß nicht, wer bereit ist so viel Geld für eine Therapie gegen Internetsucht zu bezahlen, ist eigentlich reif für eine (richtige) Therapie, von den Leuten, die solche Preise verlangen ganz zu schweigen. Was Kundenakquise angeht haben sich die Klinikbesitzer wohl auch keine sonderliche Mühe gegeben. Sind doch die meisten Internetsüchtigen arme Schlucker, die in der normalen Welt nicht mehr zurecht kommen und sich einbilden in eine virtuelle Welt fliehen zu können; frei nach dem Motto „hier bin ich wer, hier habe ich etwas erreicht“. So kann man wohl davon ausgehen das hier auch nicht viel Geld zu holen ist.

Natürlich kann man auch weiterlesen das der größte Anteil dieser Internetsüchtigen (wie kann es anders sein) World-of-Warcraft-Spieler sind. Nun ist es in meinen Augen eher vermessen BLIZZARD vorzuwerfen das sie ein gutes Spiel programmiert haben, welches einen lange an den Bildschirm fesselt und eine hohe Langzeitmotivation bietet. Genauso kann man auch nicht den viel besuchten Netzwerken wie StudiVZ oder FaceBook vorwerfen das diese ihre Arbeit gut machen und die Leute dazu bringen oft auf ihr Profil zuzugreifen. Da können wir auch gleich der Nahrungsmittelindustrie sagen sie solle nur noch Essen auf den Markt werfen, das nicht schmeckt damit wir keine dicken Kinder mehr haben…  Eher sollte man den Usern versuchen klar zu machen dass sie mit ihrer Zeit verantwortungsvoll umgehen müssen und dass es auch ein Real Life gibt. Doch dafür braucht man keine $14.000 Therapie, dafür braucht man gute Freunde und etwas an gesunden Menschenverstand.

Nicht dass ich hier falsch verstanden werde, ich will nicht das Problem kleinreden ich will nur darauf hinweisen, dass es der vollkommen falsche Ansatz ist wieder einmal die Spiele dafür verantwortlich zu machen, dass manche Menschen sich ihr Leben oder das anderer versauen. Computerspielen und das Internet selber sind herrliche Zeitvertreiber und Hobbys und wie alle Dinge, die Spaß machen, können sie auch süchtig machen. Wer eine Therapie braucht sollte erst einmal zu einen normalem Psychologen gehen und nach den Gründen seiner exzessiven Realitätsflucht suchen. Auch gibt es hierzulande Psychologen, die sich schon auf das Thema Internetsucht und sogar WoW-Sucht spezialisiert haben, einfach mal bei Google suchen.

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