Samstag, 11. Februar 2012

Transformers: Kampf um Cybertron – Blechbüchsen-Spektakel

Juli 28, 2010 von Randy  
11:46 veröffentlicht unter Playstation 3, Spieletest

Wenn Autobots und Decepticons aufeinandertreffen, rungst es gewaltig. Zumindest hat Michael Bay mit seinen zwei letzten Filmen bewiesen, wie es richtig fulminant zu scherbeln hat. Auch wenn die großen transformierenden Blechbüchsen nicht jedermanns Sache sind und die Filme gespaltene Meinungen beim Volk hinterließen, wurde doch zumindest für langweilige Sonntagabende recht rasante und actionreiche Unterhaltung geboten. Die Videospiele rund um die coolen Roboter konnten meist nur echte Fans begeistern und waren bis auf die Ausnahme eines Titels eher schrottig umgesetzt. Nun läutet High Moon (Entwicklerstudio) die nächste Runde in der Schlacht um die Riesenroboter ein, welche sich im Machtkampf um die Transformer-Weltherrschaft befinden. Was dabei rauskommt, lest ihr am besten selbst. Ich übrigens mochte M.A.S.K. immer viel lieber als die doofen Transformers; das ist aber nur nebensächlich und ein Ausruf an alle Spieleentwickler.

Was geschah auf Cybertron?
Das Entwicklerstudio High Moon beginnt mit der Geschichte vor Michael Bays Filmen. Heißt, ihr werdet quasi Augenzeuge des Untergangs vom Heimatplaneten Cybertron und lernt so verstehen, warum es überhaupt zu diesem Dilemma kam. Wer jetzt eine pompöse und schlau durchdachte Story sucht, wird hier nicht fündig! Denn wie auch in der Zeichentrickserie aus den 80iger Jahren bleibt es ein metallreiches Actionspektakel ohne großen Sinn, bei dem Gut und Böse Hauptdarsteller der Show sind. Dabei wollen die Bösen, die Decepticons, welche unter der Fuchtel von Megatron stehen, dunkles Energon in den Kern des Planeten verpflanzen, um den Autobots ein für allemal den Garaus zumachen. Zu allem Übel wird auch noch der Chef der Guten, Zeta Prime, gefangen genommen und wartet auf eure heroische Rettung.

Gut oder Böse?
Da ich schon immer Fan der Guten war, habe ich mich zunächst für die Kampagne der Autobots entschieden, welche mit fünf Abschnitten zur Auswahl steht. Wer es lieber etwas fieser mag und die Story in der richtigen Reihenfolge spielen möchte, greift hier zur Kampagne der bösen Decepticons, die ebenfalls mit fünf Abschnitten gespickt ist. Nachdem ihr mit einer kurzen Einleitung direkt ins Geschehen katapultiert werdet, merkt man unmittelbar das eingängige Prinzip des Spiels. Leichte Handhabung, kaum komplizierte Steuermanöver und jede Menge Action. Mittels kurzem Briefing bekommt ihr euer nächstes Ziel gesteckt, welches auf dem Radar stets gezeigt wird. Motoren an, und auf geht‘s auf den Cybertron Highway. Einmal als Vehikel transformiert, fiel mir eine leicht schmierige Steuerung der Transformer auf, welche außerdem, trotz Einsatz eines Boostes, gar nicht aus dem Arsch kommen wollten. Auch in der Luft wirken die Transformers etwas behebe und undynamisch. Seid ihr zu Fuß unterwegs, sieht das schon ganz anders aus. Aus traditioneller Third-Person-Perspektive jagt ein Feuergefecht das andere, bei dem ihr im Grunde nichts zu verlieren habt. Denn die Gegner sind nicht unbedingt die Hellsten und stellen im Kugelhagel nur selten eine Gefahr dar; wobei ich auf mittlerem Schwierigkeitsgrad unterwegs war und mir kein Urteil über den schwersten Modus erlauben darf. Anfangs wollte ich mich vergebens hinter ein paar Metallteilen verbarrikadieren, bis ich dann merkte, dass man ein Deckungssystem wohl irgendwie vergessen hat. Absicht oder Fehler?

Ist ein Ballerabschnitt geschafft, gilt es am Ende eines jeden Levels, einen Obermotz auszuschalten. Nichts einfacher als das, auch wenn sich die Kämpfe etwas in die Länge ziehen! Nach dem ersten Abschnitt, welchen ich mit Bravour absolvierte, fühlte sich Transformers richtig fluffig an. Ein flinkes Arcade-Feeling machte sich breit und sorgte für jede Menge Unterhaltung, mit der ich bei diesem Titel im Vorfeld nicht gerechnet hätte. Im Grunde aber sind die Missionsziele immer recht ähnlich, außerdem hätte ich mir neben fehlenden Höhepunkten etwas mehr Fähigkeiten oder Upgrade-Möglichkeiten für unsere Roboter gewünscht. Punktabzug!

Koop-Ballerspaß und Online-Gefechte
Wer die Geschichte der Transformers lieber mit Freunden erleben möchte, wird sich am Koop-Modus mit bis zu drei Spielern erfreuen. Was mir hier im Vergleich zum Solo-Trip sofort auffiel, ist, dass meine Kollegen nun endlich auch mal einen Sinn ergeben. Denn werden eure treuen Weggefährten vom Computer gesteuert, werdet ihr oft feststellen, dass sie in schier ungünstigen Situationen wie bekloppte vor eurer Flinte rumrennen. Das passiert bei einer menschlichen KI eher selten. Außerdem ist der Koop-Modus beim Kampf gegen die Level-Endbosse eine wahre Hilfe. Seid ihr nämlich mit computergesteuerten Helfern dort angelangt, fragt ihr euch, zu was diese den weiten Weg erst auf sich genommen haben, wenn sie doch im Grunde am Tod des Obermotz‘ kaum beteiligt sind. Alles muss man alleine machen… tz! Wer sich dem Online-Modus hingibt, wird auch hier nicht enttäuscht. Hier haben sich die Macher ganz offensichtlich am Multiplayer-Part von Modern Warfare eine Scheibe abgeschnitten. Mit einer beliebigen Roboterklasse zieht ihr in den Krieg und levelt diese mit einigen Deathmatch-Runden auf, um euch mit neuen Spezialfähigkeiten auszustatten. Dies sorgt für einiges an Langzeitmotivation und bietet neben der Solo-Kampagne abwechslungsreiche und hitzige Gefechte rund um den Globus des Cybertron-Universums.
Warum man allerdings die Elemente aus dem Multiplayer nicht auch geschickt in der Einzelspieler-Kampagne verbaut hat, ist fraglich. Deswegen ist Transformers aber keinesfalls Schrott, auch wenn es vom Setting her oft danach ausschaut.

Aus feinstem Metall
Optisch war ich zunächst recht angetan, denn immerhin weiß High Moon, die Unreal Tournament-Engine gekonnt zu nutzen und setzt die düsteren, metallischen Landschaften auf Cybertron gelungen und fulminant in Szene. Ich war noch nie auf Cybertron, aber aus Michael Bays Filmen bin ich genau diesen Anblick des Planeten  gewohnt. Auch beim Charakterdesign hatte ich nichts auszusetzen; denn egal ob Gut oder Böse von euch gespielt werden, beide Metall-Fraktionen sind ihren Original-Vorbildern detailgetreu nachempfunden. Nur in manchen Zwischensequenzen konnten einige Texturen nicht so ganz überzeugen und mutierten zu schwammigen Flächen. Aber herrje, bei all dem Geballer fällt das selbst einem geschulten Auge wie mir nicht mehr sonderlich auf, und ein durchweg flüssiger Spielverlauf tröstet darüber hinweg. Trotzdem wollte der Funke nicht so ganz überspringen, denn irgendwie hatte ich bereits nach der dritten Mission den Anblick von Cybertron satt. Im Grunde sieht jedes Level gleich aus und bietet nur durch sich ständig transformierende Objekte einen minimalistischen Hauch von Abwechslung. Für die dort beheimateten Blechbüchsen sicherlich ein paradiesischer Anblick, für Pixelfetischisten wie mich auf Dauer enorm langweilig. Sagen wir mal so: Geschmackssache, bei der Fans sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Soundkulisse
In den Michael Bay Filmen liebe ich dieses brachiale Geräusch, wenn sich unsere Blechprotagonisten transformieren. Gern würde ich das jetzt hier nachahmen, geht nur schlecht! Auch Entwickler High Moon hat sich scheinbar an Michael Bays Soundbibliothek bedient, um dieses leckere Detail perfekt zu inszenieren. Neben einem guten Soundtrack ist auch die Geräuschkulisse passend zum optischen Geschehen inszeniert, reißt mich aber keinesfalls vom Zocker-Hocker. Zum Glück ist die deutsche Synchronisation recht nahe am Original und rundet den überwiegend guten Gesamteindruck ab, der durch witzige Sprüche der Blechkollegen, trotz düsterer Atmosphäre, etwas zum Schmunzeln anregt. Daumen nach oben!

Fazit
Im Grunde kann man nicht nur Fans der Transformers, sondern auch Fans von flinker Action-Kost, die mit dem Sci-Fi-Setting klarkommen, zu diesem Titel raten. Nach ein paar Missionen kommen die Transformers gut in Fahrt und versprühen reichlich Roboter-Charme, welcher gepaart mit explosiven Feuergefechten doch recht beeindruckend in Szene gesetzt wurde. High Moon zeigt uns mit diesem Action-Spiel, welches ohne eine super sexy Megan Fox und tiefgründiger Story auskommt, was einen soliden Baller-Titel ausmacht. Mir hat‘s reichlich Graune bereitet! „Transfomers, more than meets the Eye…“

ältere Beiträge:

  1. War For Cybertron: Zeichnerische Entstehung von Optimus Prime
  2. Transformers: War for Cybertron – Retro-Abspann
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  4. Transformer: War for Cybertron
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Kommentare zu diesem Thema

2 Responses to “Transformers: Kampf um Cybertron – Blechbüchsen-Spektakel”
  1. Steiner0815 sagt:

    bestes Transformersspiel überhaupt, wirklich geglückt!

  2. Der Blob sagt:

    M.A.S.K., von denen hatte ich mal ein motorrad und ein auto, wenn die verspielt werden möchte ich aber auch Ringriders auf meiner PS3 sehen ;-)
    Cooler test by the way.

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