SAW im Test
Januar 20, 2010 von Marty
21:42 veröffentlicht unter Neuigkeiten, Spieletest, Xbox 360

Saw kam 2005 in die deutschen Kinos und schaffte trotz geringem Produktionsaufwand einen beachtlichen Erfolg. Den Horror-Thriller zeichnen vor allem seine beklemmende Atmosphäre, die „beschissene“ ( Sorry, aber wahr ) Lage, in der sich die Protagonisten befinden und natürlich jede Menge im Vorfeld durch Jigsaw aufwendig konstruierte, tödliche Fallen aus. Zudem ist es die detaillierte Darstellung des Erleidens von Todesqualen, die ihr Übriges tut und dem Streifen eine gewisse Einzigartigkeit verleiht, aber auch für ausreichend Ablehnung sorgt. Bis Ende 2009 folgten 5 weitere Kinoproduktionen, die mit linearer Regelmäßigkeit immer schlechter wurden. Umso interessanter, was das Spiel in diesem Zusammenhang vom Filmmaterial übernimmt, und in welcher Weise die Umsetzung stattfindet.

in der Klemme
Die Atmosphäre
Sie ist einer der wichtigsten Faktoren, mit dem die Filme zu punkten vermögen. Diese auch fürs Spiel einzufangen, musste natürlich der Anspruch sein. Dies gelingt ob der Tatsache, dass man mit zahlreichen vertrauten aber ebenso gleichschaurigen und beklemmenden neuen Tatorten konfrontiert wird. Wer bereits die Grausamkeit der Filme als unerträglich empfand, sollte auch vom Spiel die Finger lassen, denn hier und da gibt es Zwischensequenzen, die die Brutalität der Filme bestens widerspiegeln. So zerfetzt es jene, die nicht jeden Schritt genau bedenken, oder aber ihr trefft auf die Überbleibsel dessen, was einst Jigsaws Opfer waren. Jedes Kapitel wartet mit einem hilflos Gefangenen auf, dessen Befreiung ohne Zweifel das Ziel sein sollte, sonst…! Für Fans der Filme gibt es einige Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Auch wenn die Grafik etwas an Detailreichtum vermissen lässt, kann eindeutig die notwendige Abscheulichkeit und Perversion der Vorlage vermittelt werden.

Jigsaw TV
Die Story
Die Story ist ein Punkt, woran aus filmischer Sicht im Grunde die komplette Fortsetzung des ersten Teils hapert. Im Spiel wacht ihr als Detective David Tapp, bekannt aus Teil 1, auf und seht euch umgehend den lebensbedrohlichen Spielchen des eigentlichen Hauptdarstellers, Jigsaw, ausgesetzt. Entledigt ihr euch der Bärenfalle, wartet er mit seiner entscheidenden Frage auf: „Wollen Sie ein Spiel spielen?“ Von da an geht es ums pure Überleben. Mit einem Schlüssel im Brustkorb seid ihr zudem für alle anderen Gefangenen der ansonsten verlassenen Nervenklinik, denen ihr im Laufe des Spiels begegnet, der einzige Ausweg aus deren ebenfalls misslichen Lage. Entsprechend unentspannt verhalten sich jene im Falle eines Aufeinandertreffens, und ihr solltet nicht wirklich versuchen, Fragen zu stellen. Vielmehr seid Ihr gut beraten, zum Skalpell, Heizungsrohr, Baseballschläger etc. zu greifen… und los! Obwohl ich später noch berichten werde, dass dies alles andere als gut zu bewerkstelligen ist.
Einen Großteil des Spiels bewegt ihr euch, auf der Suche nach einem Ausgang, im Gewirr dunkler Gänge, Flure und Räumlichkeiten der Klinik umher und löst mehr oder minder komplizierte Rätsel in teils klassischer Adventure-Manier. Dabei gilt es Schlösser zu knacken oder das Ausströmen von giftigen Dämpfen einzudämmen, indem ihr mit Hilfe von gefundenen Sicherungen an der Elektrizität dreht. Es heißt ebenso, sowohl Schränke nach nützlichen Gegenständen zu durchsuchen als auch Acht zu geben, nicht Opfer einer Stolperfalle zu werden.

Jeder gegen Jeden
Die wohl originellsten Puzzles warten im Falle zu befreiender Mitgefangener auf euch. Auch hier werden jedoch die wenigsten graue Haare bekommen. In der Tat wirken die meisten Knobeleien, zudem in Wiederholung, eher langweilig in Bezug auf die Dringlichkeit ihrer Lösung. Kritisch wird es jedoch durch die Hinzufügung eines Countdowns, der euch bisweilen gehörig unter Druck setzt. Beispielsweise, wenn sich der Raum mehr und mehr mit giftigen Gas füllt, dieses an eurer körperlichen Verfassung zehrt, und ihr Sicherungen ordnungsgemäß anordnen müsst, um den tödlichen Fluss zu unterbrechen. Keine Frage, das vermittelt Dringlichkeit und hält die Spannung aufrecht. An einigen Stellen des Spiels jedoch wird der Bogen überspannt. Da wäre beispielsweise die Szene, in der ihr unter Bedrohung durch Gas zunächst ein paar Schränke nach geeigneten Hilfsmitteln durchsuchen, dabei das Austreten heißen Dampfes unterbinden und dreierlei Sicherungsrätsel unter Zeitdruck lösen müsst, um gleich darauf annähernd selbiges nochmals zu bewältigen. Mit dem Unterschied, dass nun noch ein Angreifer in die Knie zu zwingen ist. Das führt zu gewaltiger Entrüstung, nicht zuletzt da das Kampfsystem unter aller Sau ist. Nicht dass die Gegner eine große Gefahr darstellen würden. Vielmehr ist es die Kombination aus Folgendem: Gegenstände wie Rohre oder Stemmeisen können stets nur wenige Male eingesetzt werden, bevor sie unbrauchbar werden. Dazu kommt beim Ausholen eine unvermittelbare Trägheit des Charakters, was es nahezu unmöglich macht, koordiniert zu kämpfen. Darüberhinaus ist die Kollisionsabfrage merkwürdig unstimmig. Obwohl einem Konter- und Finishing-Moves zur Verfügung stehen, ist deren Anbringung schwierig und alles andere als beeindruckend. Hier liegt wirklich ein Schwachpunkt begraben. Da kommt zum Vorteil, dass es im Verlauf relativ selten zu Handgreiflichkeiten kommt, und außerdem Enthaltsamkeit eine Option darstellt.
Ein weiterer Vorzug sollte dem Auslegen von selbstgebastelten Fallen beigemessen werden. So könnt ihr aus geeigneten Objekten Gas- oder Explosionsfallen konstruieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, Stacheldraht zu verlegen oder elektrische Kabel mit einer Pfütze zu kombinieren. Der Erfolg einer zuschnappenden Falle stellt durchaus ein erfreuliches Ereignis in dieser tristen Einöde dar. Ihr könnt auch gern noch Türen verschrauben oder mit Objekten verbarrikadieren; es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Schlüssel im Brustkorb zu bewahren und damit die Chancen auf ein Entkommen aufrecht zu halten.
Fazit:
Während ausgesprochene Fans der Serie womöglich eine glänzende Gelegenheit finden, über das filmische Erlebnis hinaus hier interaktiv ins Saw-Universum eintauchen zu können, wirkt der Titel aus neutraler Sicht nicht wirklich ausgereift. Natürlich schafft er es zunächst einmal die Atmosphäre der Filme zu transportieren, wartet mit schockierenden Momenten auf und hält den Spieler mit diversen Rätseln in Spannung. Problematisch ist vielmehr die Abnutzung der eigenen Stärken mit voranschreitender Spieldauer. Sich wiederholende Rätsel, die eintönige, feuchtkalte Umgebung, die schlechte Steuerung bei Handgreiflichkeiten sowie etwas lumpige Animationen lassen das Gesamtbild leiden, auch wenn man in Saw wohl eine bemerkenswerte Spielumsetzung sehen sollte.








Hab das Game eine Nacht gezockt, dann direkt wieder verkauft! THUMBS DOWN!!!
Wahrscheinlich wie mit den Filmen: furioser Start und dann nur Grütze.
Ich fands gar nicht mal schlecht und habs mit nem Kumpel in einer Nacht durchgezockt. Es fehlt hier und da an tiefe und es ist wahrlich kein HIT, aber schlecht ist es auch nicht. Guter Test!
Ich hatte das Game immer aufm Radar, hab mich aber nie rangewagt. Der Test sagt ja auch das es besser so war
Danke VidKid