Dienstag, 22. Mai 2012

Metro 2033 – der Gruselshooter im Test

April 14, 2010 von Randy  
17:18 veröffentlicht unter Neuigkeiten, PC, PC, Spieletest

Vielerorts waren die Erwartungen an den Titel einiger Ex Stalker-Macher sehr groß, so auch bei uns! Denn schon vorab begeisterte uns das Endzeitdesign, welches in Metro 2033 mit mächtig Gruselei beeindruckt, stark. Doch so ganz konnte ich mir mit all den Videos und Bildchen noch nicht vorstellen, wie sich Metro wohl spielen wird. Deswegen haben wir uns ausgiebig mit den U-Bahnschächten der Moskauer Unterwelt beschäftigt und einige Liter Wodka gebechert, um über die Runden zu kommen – und das alles ohne Tunnelblick.

Ein Leben ohne Sonne
Nach einer kleinen, nuklearen Apokalypse ist von der Menschheit in Moskaus Überresten nicht mehr viel zu sehen. Die letzten Überlebenden haben sich in den Untergrund verdrückt, um dort ein eher bescheidenes Leben zu führen. So habt auch ihr als Artjom, so der Name des Hauptdarstellers, das Licht der Welt nie erblickt, da ihr in den düsteren Tunnels von Moskau geboren wurdet. Doch wo herrscht heute noch Frieden? Neben grauenvollen Mutationen, die ziemlich beeindruckend in Szene gesetzt wurden, haben auch die Menschen vor lauter Langeweile nichts Besseres zu tun, als sich zu bekriegen. Eure Aufgabe ist es nun, einen Späher namens Hunter wiederzufinden, der sich auf die gefährliche Mission begab, das Unheil allen Übels auszumachen. Ihr habt es ihm versprochen!

Gruselig und beklemmend wie erhofft!
In letzter Zeit fühlte ich mich mit Open-World-Spielen recht überfordert und hatte sogar bei einem Just Cause 2 schon irgendwie die Lust an diesem Genre verloren. Da kam mir Metro 2033 gerade wie gerufen, da es wieder traditionell geradlinige Wege einschlägt – und das mit Bravour, wie ich finde. Die unterirdische, düstere und teils schwer beklemmende Atmosphäre tut gut daran, sich mit den schlauchartigen Levels zu vereinen. Ich denke fast, dass man genau aus diesem Aspekt auch auf ein Open-World-Spiel verzichtet hat, um so besser für klaustrophobische Momente erster Güte sorgen zu können. Grafisch wird sehr liebevoll mit Licht und Schatten gespielt, was sich für mich zu einem wahren Hochgenuss  entwickelt hat.
Sämtliche Schauplätze konnten mich vollends überzeugen.
Ich war überrascht, wie unheimlich schön und gruselig doch so ein U-Bahn-System sein kann. Aber keine Sorge, auch an der Oberfläche Moskaus wird mit grafischen Spielereien geprotzt, was das Zeug hält. Auch wenn hier alles etwas trister und weniger farbenfroh erscheint, verliert es nicht seinen Charme und wirkt in keinster Weise kopiert! Toll gescriptete Sequenzen werten das Gesamtbild nochmal mächtig auf und bilden eine brillante Einheit mit der gut erzählten Geschichte nach der Romanvorlage von Dmitry Glukhovsky. Auch wenn diese am Anfang etwas dünn verläuft, konnte ich mich später nicht mehr von ihr losreißen. Auf der PC-Version, kann man getrost sagen, ist die Optik von Metro durchweg eine Wucht. Spätestens wenn ihr selbst mit eurer Funzel durch die Tunnels hetzt, werdet ihr mich verstehen lernen. Und wieder Vorsicht! Auch eine Taschenlampe hört irgendwann auf zu leuchten. Bei einer 8800 GTX und einem 2,4 Quad Prozi konnten wir mit sämtlichen Details auf voller Kanne des Öfteren störende Frame-Einbrüche verbuchen.

Feuer Frei
Es hat kaum eine halbe Stunde gedauert, bis ich als Untergrund-Rambo Fuß gefasst hatte und mitten im Geschehen war. Denn interessant hierbei ist, dass trotz dieser unheimlichen Stille und der Faszination der Dunkelheit auch reichlich Action auf euch zukommt! Gerade ist man ein paar Minuten ganz einsam unterwegs, lauscht der fiesen und sensationellen Geräuschkulisse in den Tunnels und schreckt vor jedem kleinen Knarren, Quietschen oder jämmerlichen Geheule zurück, wenn plötzlich ein Dutzend Mutanten über euch hereinbrechen, die beseitigt werden müssen. Wer jetzt glaubt, eine filmreife Flucht wäre angebracht, der irrt! Finger an den Abzug und holzen, was das Zeug hält. Aber Vorsicht, Munition ist das Brot aller Lebenden in der Moskauer Unterwelt. Bleibt also immer schön sparsam!

Stirb Bastard stirb
Doch so gruselig und genial all diese Momente auch sind, finden sich leider auch ein paar „schattige“ Seiten in Metro wieder. Denn gerade der Schusswechsel mit den gegnerischen Soldaten fühlt sich nicht ganz so kompakt an, wie ich es mir erhofft hatte.
Zudem hat man des Öfteren das Gefühl, mit einer Wasserspritzpistole am Werk zu sein, da Treffer nicht immer die gewünschte Wirkung zeigen. Hier muss noch etwas nachgeschliffen werden. Zudem trotteln die gegnerischen Soldaten oft so unpraktisch umher, dass man denken könnte, sie gehören eurer Armee an. Die KI ist ziemlich durchwachsen und sorgt ab und an für Frust-Momente. Daraus resultiert ein Schwierigkeitsgrad, der sich gewaschen hat! Schade!!! Aber keine Sorge, alles ist schaffbar.

Eine gelungene, aber leider kurze Abwechslung
Es würde nicht wirklich Sinn machen, euch jetzt Missionen im Detail zu erzählen. Eins aber ist sicher: Metro bietet neben all seiner Pracht auch eine gelungene Abwechslung im Missionsdesign. Prima! Neben einer Wegkarte, die euch die aktuellen Einsatzziele zeigt, habt ihr auch eine Gasmaske im Gepäck. Ohne dieses Baby würdet ihr in Metro nicht lange überleben. Wer sich einmal von Metro in den Bann gezogen fühlt, wird allerdings feststellen, dass dieses gelungene Erlebnis viel zu schnell vorbei ist. Hätte man hier nicht noch etwas Futter gehabt? Wer gut ist, schafft Metro in ca. 6 Stunden.

Lebendige Puppen
Wie schon erwähnt, glänzt Metro 2033 optisch durchweg! Das gewählte Szenario schafft eine unglaublich dichte Herzschlag-Atomsphäre. Großes Kino! Umso fragwürdiger ist es, warum es die Entwickler nicht geschafft haben, die Animationen und die Mimik und Gestik aller Charaktere im Spiel auf dieses hohe Niveau anzupassen. Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass die unterirdischen Siedlungen eher wie kleine Puppenspiele wirken. Zu steif und hakelig sind die Animationen von Freund und Feind. Leider!  Ansonsten war ich von der geschaffenen Welt mehr als nur beeindruckt.

Wer dem Russischen mächtig ist …
Leider konnte mich die deutsche Synchro nicht vom Hocker hauen. Leihensprecher aus Hartz 4-Fernsehoperetten taten gut daran, meinen Gesamteindruck erneut sinken zu lassen. Warum nur tut ihr so etwas? Da bringt man eine wahnsinnig erschreckend gute Soundkulisse ins Spiel, bei der ich mir sogar, mit meinen 29 Jahren, fast einmache – und dann sowas! Tut euch den Gefallen und zockt Metro auf Englisch oder gar Russisch! Dann passt das! Des Weiteren stellte ich mir die Frage, warum unser Held so schweigsam ist? Genießt er einfach nur die Stille, oder hat es ihm beim Anblick des zerstörten Moskaus komplett die Sprache verschlagen?

Fazit:
Gerne hätte ich Metro 2033 eine 90 verpasst. Doch wenn man mich nicht durchweg beeindrucken kann, muss ich auch kritisch und vor allem realistisch bleiben. Bei all den kleinen Macken, die sich im Spiel wiederfinden, überwiegt jedoch das Positive in diesem genialen Grusel-Shooter!  Verstörte Momente, eine fantastische Atmosphäre und fabulöse Optik gepaart mit einer netten Story und erstklassiger Soundkulisse machen diesen Shooter zum Pflichtkauf für alle Fans des Genres. Zartbesaitete sollten die Finger von Metro lassen und lieber des Tages mit der U-Bahn fahren. Ich persönlich will unbedingt mehr von solchen Spielen! Ist Metro 2034 vielleicht schon in der Mache?

Randys Daddeltipp:
Ich empfehle euch, Metro unbedingt bei Nacht zu spielen; ansonsten dunkelt bitte eure Höhle ab und zündet eine kleine Kerze an, die zur gruseligen Atmosphäre beiträgt. Essen? Nein, braucht ihr nicht! Trinken? Höchstens eine Flasche Wodka. Keine Sorge, Metro sorgt dafür, dass der Alkohol seine Wirkung verliert. Und am wichtigsten sind Kopfhörer. Unbedingt mit Kopfhörern spielen! Es lohnt sich! Auf geht’s …

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Kommentare zu diesem Thema

6 Responses to “Metro 2033 – der Gruselshooter im Test”
  1. MacLovin19 sagt:

    Metro ist der Burner! Ich hab es geliebt, finde allerdings auch das es tierisch kurz ist :( Vielleicht kommt ja bald Teil 2 :)

  2. joJo99 sagt:

    Ich überleg noch immer ob ich zuschlagen soll

  3. LeftOver44 sagt:

    In Sachen Atmo mein Hit 2010! Bis jetzt ;)

  4. SideShowMob sagt:

    Absolut genial! Hab es auf der Box durchgezockt. Bis auf die im Test erwähnten Macken ist es wirklich ein spitzen Spiel. Klare Kaufempfehlung auch von mir!

  5. THESOPRANOS sagt:

    Hab ich erst gestern durchgespielt. Feines Spiel was allerdings VIEL ZU KURZ ist! Ich war in kanpp 7 Stunden durch :(

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