Samstag, 11. Februar 2012

Dante´s Inferno im Test

 

Lasst uns gemeinsam höllisch zelebrieren! Dante´s Inferno ist erschienen!
Auch wenn sich sämtliche Mäuler über den direkten God of War-Klon zerreißen, mir soll‘s egal sein!
Mögen sie dafür in die Hölle kommen.
Klar wird schon von Anfang an, dass sich die Jungs von Visceral tatsächlich 1:1 an der Steuerung und fast allen spielerischen Elementen von Sonys Hack & Slay-Gott bedient haben. Ist das nun eine absolut freche Angelegenheit oder ein sensationell genialer Schachzug? 

Krallt euch Gevatter Tod´s mächtige Sense!

Ein Stück Literatur erwacht zum Leben
Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ ist ein Werk, welches bereits seit 700 Jahren exisitiert und den Ruf weghat, eines der bedeutendsten literarischen Stücke der Welt zu sein. Und genau dieses wertvolle Schriftgut nutzten Visceral Games, um Dante auf den Spielkonsolen Leben einzuhauchen.
Man bedient sich allerdings nur elementar an dieser Vorlage und versteht es ziemlich geschickt, die Ankerpunkte des Werkes in das Spiel zu verfrachten. Dabei ist es eure Aufgabe, die 9 Kreise der Hölle zu durchwandern, um am Ende den Weg in das Paradies zu finden und die Seele eurer ermordeten und von euch betrogenen Ehefrau Beatrice aus den Händen Luzifers zu befreien. Begleitet von Vergil, einem römischen Dichter, lernt ihr als ersten Kreis den Limbus kennen und führt eure Reise durch die Kreise Wollust, Gefräßigkeit, Gier, Zorn, Ketzerei, Gewalt, Betrug und Verrat fort.  In all diesen atmosphärisch spektakulär gestalteten Levels findet ihr neben jeder Menge Monster auch all diejenigen, die für ihre Sünden in die Hölle gekommen sind. Nun liegt es bei euch, zu entscheiden, ob sie in der Hölle schmoren oder eine göttliche Erlösung erfahren sollen. Probiert es einfach aus! 

Schnetzeln ohne Ende!

Wenn Vorbilder die Richtung weisen
Nach einer prächtig inszenierten Intro-Sequenz könnt ihr sofort Hand anlegen und werdet euch mit all dem Geschnetzel, den brachialen Kombos, dem Türen öffnen oder gar dem Öffnen von Truhen, um Lebenssaft zu sammeln oder wertvolle Artefakte zu finden, mehr als nur vertraut fühlen. Denn wie schon gesagt, hat Visceral hier im Prinzip alles 1:1 übernommen, was ich als God of War-Jünger absolut genial finde. Denn warum soll man das Rad neu erfinden, wenn Altbewährtes doch so gut funktioniert. Seid ihr Massen von Gegnern in die Falle getappt, packt ihr eure mörderische Sense, welche ihr dem Tod höchst persönlich stibitzt habt, aus und hackt alles kurz und klein. Keine Frage, Dante geht äußerst brutal vor und kennt kein Erbarmen. Dies geht fast genauso fluffig von der Hand, wie ihr es aus dem großen Vorbild gewohnt seid. Button mashen ohne Ende: R2 + oben, unten, links, rechts und über Kreuz + Kreis, und feinste Kombos entgleiten eurem stylischen Kreuzritter. Diese könnt ihr euch nach und nach mit gesammelten Erfahrungspunkten immer weiter ausbauen. Selbst dieses System schaut zwar anders aus, funktioniert technisch jedoch im Prinzip genauso wie bei Kratos. Weiter so! Neben der übergroßen Metzel-Sense hat Dante noch ein heiliges Kreuz im Gepäck, mit welchem ihr magische Schüsse auf eure Feinde loslassen könnt.  Auch sämtliche Moves, wie das Blocken oder die Sprungrolle, um den tödlichen Pranken eines Gegners auszuweichen, haben allesamt reinstes GoW-Feeling. Ihr werdet euch wie zu Hause fühlen, ich schwör‘s! Es spielt sich prächtig. Nur manchmal kommt gerade in der Vielfalt der Kombos ein kleines Gefühl des Ausbremsens auf. Es lässt sich nicht wirklich beschreiben, aber da merkt man, dass Kratos die Nase ein klitzekleines Stück weiter vorn hat. 

Attacke mit dem heiligen Kreuz

Ein höllischer Anblick
Die Darstellung der Levels ist durchweg ein prachtvoller Augenschmaus und spiegelt die Pforten der Hölle von hässlich anmutend bis unheilvoll schön perfekt wider und ruft zugleich ein beängstigendes Gefühl in mir hervor, wenn ich an das geklaute Brausepulver aus dem Drogeriemarkt aus Kindeszeiten erinnert werde. Komm ich dafür etwa in diese mörderische Hölle? Neeeeeeein…………..
Nur gelegentlich fiel mir auf, dass streckenweise zu viel mit selben Texturen gearbeitet wurde, die sich dann durch ganze Levelpassagen ziehen. Auch der Anfang, an dem ihr eure ermordete Beatrice findet, konnte mich noch nicht so aus den Socken hauen. Es wird aber immer besser und ekliger! Auch die ersten Monster sind noch etwas langweilig und nicht unbedingt fordernd. Aber hey, man soll sich ja auch erstmal an die Hölle gewöhnen. Denn ich verspreche euch, es wird stetig mächtiger, schwerer und interessanter. Große hässliche Kreaturen, die liebevoll und furchteinflößend in Szene gesetzt wurden und sogar von euch beritten werden dürfen, zeigen euch beizeiten, wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Denn wenn ihr das Spiel auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad spielt, wird euch so einiges abverlangt. Hier wird schnell klar, wer ein wahrer Kreuzritter ist oder die Flachzange, die inmitten des Spiels auf EASY wechselt.
Wir haben Dante sowohl auf der Playstation 3 als auch auf Sonys kleiner PSP in Mittel beendet. 

mächtige Endbosse

Allerdings wollten wir wissen, was den Schwierigkeitsgrad ausmacht. Es ist die Zähigkeit und Hartnäckigkeit der Gegner. Auf Easy braucht ihr, gelinde gesagt, nur halb so lang, um ihnen den Garaus zu machen. Na, da hat wohl jemand nicht richtig gefrühstückt? Wir empfehlen euch von daher, unbedingt auf Mittel zu spielen. Ach, das Spiel läuft übrigens durchweg flüssig!

Bossfights in guter Tradition
Auch hier bleibt mir nichts anderes zu sagen, als dass ich die cineastischen Bossfights mit den Quicktime-Events in God of War äußerst spektakulär fand. Und Visceral macht‘s einfach nach. Na und? Denn auch in Dante erscheinen genau diese Bossfights ähnlich mächtig und sind mit den selbigen Quicktime-Events ausgestattet. Und auch das Charakterdesign der höllisch fiesen Obermotze ist bis auf eine Ausnahme mehr als gelungen. Meistens sind diese riesig groß, schaurig und eklig anzusehen und wirken auf den ersten Blick unbesiegbar. Doch mit der richtigen Taktik könnt ihr sie alle schaffen, und am Ende gibt‘s einen tödlichen, mörder brutalen Mega Move! Sensationell!!! Einzig Dantes Bruder sieht in meinen Augen etwas lieblos und verhunzt aus. Ihr werdet ihn kennen lernen. Ansonsten weiter so!  

Rätsel, Rätsel an der Wand
Visceral versucht durch einige Rätsel, mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen, was, wie ich finde, auch ganz gut funktioniert; mit dem einzigen Vermerk, dass diese nicht unbedingt sehr ausgeklügelt sind. Ok, ich geb zu, ich hab mich manchmal etwas doof angestellt und nicht gleich gesehen, dass ich irgendwo noch nach oben springen kann oder habe einfach einen Schalter übersehen. Hey, das lag aber nur daran, dass mein Adrenalin-Spiegel höllisch weit angestiegen war und ich schon wieder fliegende Körperteile von hässlichen Monstern vor mir sah! Auch Sprungpassagen gibt es hin und wieder zu meistern, bei denen ich manchmal wirklich verzweifelt war, da die Kamera nicht immer positiv auf diese ausgerichtet ist. Da kann man vor Wut schon mal in den Controller beißen! Früher hätte ich ihn durch das ganze Zimmer geschmissen. Aber mit dem richtigen Timing und etwas Spekulation sind diese Passagen auch alle gut zu schaffen. 

berittene Kreaturen

So hört sich die Hölle an, genau so!
Ich liebe den Soundtrack! Er ist höllisch und göttlich zugleich und vermittelt durchweg ein Gefühl der Beklemmung und höllischen Herrschaft. Einfach fantastisch! Dazu könnt ihr in fast allen Abschnitten des Spiels Schreie der Verdammten hören, welche der Soundkulisse noch die gewisse Würze verpassen. Wenn ein Soundtrack eines Spiels oder eines Films dafür sorgt, dass ich Gänsehaut bekomme, dann weiß ich, dass er perfekt ist. Und genau das ist bei Dante passiert. Für Soundfetischisten wie mich ein absolutes Schmankerl. Leider muss ich ein paar Abstriche machen, was die deutsche Sprachausgabe angeht. Gerade unser Held hat an sich zwar eine ganz ordentliche Stimmfarbe, kommt mir jedoch von der Wahl der Worte und der Intensität mancher Situationen etwas dämlich vor. In Englisch hört sich das schon ganz anders an. Der Dichter Vergil zum Beispiel hat immer das passende Zitat bereit und wurde stimmlich (auch in Deutsch) perfekt in Szene gesetzt. Ansonsten sind im Prinzip alle deutschen Stimmen ganz gut gelungen und passen in das Klangbild eines Spiels wie diesem! Weiter so!  

Auch die PSP macht höllisch mit, allerdings mit leichten Abstrichen
Leicht gekürzt aber dennoch gut! Leider gibt es in der PSP-Version ein paar Abstriche zu verbuchen. Einige Special-Moves, Sequenzen, Rätsel und das Sammeln von Reliquien wurden auf der PSP einfach entfernt. Den Grund für diese Kürzungen kann ich mir absolut nicht erklären.
Im direkten Vergleich sieht die Variante des kleinen Bruders natürlich schwächer aus, reizt aber in meinen Augen die kleine Daddelkiste absolut aus und steht  einem „Chains of Olympus“ spielerisch und auch grafisch in nichts nach. Inhaltlich wird euch dennoch fast das selbe geboten, was man von der PS3-Version kennt, und auch des Metzel-Feeling kommt mit dem kleinen analogen Stick wunderbar rüber. Einfach göttlich!
Wer sich nicht entscheiden kann, kauft am besten beide Versionen. Denn so ein höllischer Trip kann jede Autofahrt zu einem kurzweiligen Erlebnis machen. Außerdem, wenn mal ein Spiel kaputt geht, habt ihr immer noch was zu schnetzeln. So mach ich das zumindest immer. 

Fazit
Ich liebe es! Dante´s Inferno ist genau das, was ich mir erhofft habe. Ein Hack & Slay-Monster mit fabelhaftem Setting, barbarischer Soundkulisse, grandioser Optik, beklemmender Atmosphäre und höllisch gutem Gameplay. Man bedient sich zwar durchweg an allen Elementen des großen Vorbilds, was ich aber schon nach 5 Minuten Spielen nicht mehr missen wollte. So muss sich ein Metzelspiel eben spielen und anfühlen. Mit ungefähr 8 Stunden Spielzeit und einem ordentlichen Schwierigkeitsgrad könnt ihr euch auf ein paar apokalyptische Stunden in der Hölle freuen.
Keine Frage, wer Kratos liebt, wird auch in Dante seine Erfüllung finden! Wer jetzt denkt, Dante ist das God of War für Arme, der hat sich furchtbar tief geschnitten und wird unter Umständen dafür in der Hölle schmoren. Wir sagen: Unbedingt kaufen, es ist Infernalisch gut! 

 

 

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Kommentare zu diesem Thema

4 Responses to “Dante´s Inferno im Test”
  1. MacLovin19 sagt:

    schon 2x durchgespielt! Es ist wirklich geil. Ich denke Kratos muss sich warm anziehen ;) Wird er aber sicher schaffen :) :) :)

  2. FredoAL sagt:

    Netter Test. Ich hab mich noch nicht für die Hölle entschieden da mir die Games echt zu teuer sind. Hab Kratos im Visir. Wenn Dante mal billiger ist schlag ich vielleicht auch mal zu. Geld müsste man haben…

  3. RedNRG sagt:

    Dantes Inferno ist voll geil, habs noch nicht durch aber macht richtig bock.
    God of War 3 werde ich mir nicht direkt kaufen bin ich gar nicht so scharf drauf =)

  4. Hofmarschall sagt:

    Toll. Ich find es ebenfalls Spitze.

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